01 - TCP/IP, Routing, NAT
Ăberblick
In diesem Lernzettel geht es um die Grundlagen der IP-Kommunikation, die Rolle des Default Gateways, NAT/PAT in IPv4-Netzen, Routing unter Windows und wichtige Befehle zur Fehlersuche.
Merksatz: Erst wenn IP-Adresse, Subnetzmaske, Gateway und DNS korrekt zusammenpassen, funktioniert die Kommunikation zuverlÀssig.
1. TCP/IP-Grundlagen
TCP/IP ist die Grundlage der Kommunikation in modernen Netzwerken. IP ist dabei fĂŒr die Adressierung und Weiterbildung von Paketen zustĂ€ndig, wĂ€hrend TCP eine zuverlĂ€ssige Verbindung zwischen Anwendungen ermöglicht.
- IP-Adresse: eindeutige Adresse eines GerÀts im Netzwerk.
- Subnetzmaske: bestimmt, welcher Teil der IP-Adresse zum Netzwerk gehört.
- Gateway: leitet Pakete in andere Netzwerke weiter.
- DNS: ĂŒbersetzt Namen wie google.de in IP-Adressen
- TCP/UDP: Transportprotokolle fĂŒr Anwendungen
2. Default Gateway
Default Gateway
Das Default Gateway ist die TĂŒr zur AuĂenwelt. Alle Pakete, deren Ziel nicht im lokalen Subnetz liegt, werden an dieses GerĂ€t gesendet (typischerweise ein Router oder eine Firewall).
Es entscheidet anhand seiner Routing-Tabelle, wohin ein Paket weitergeleitet wird. Liegt das Ziel im selben Subnetz, erfolgt die Zustellung direkt per ARP und Switching.
Beispiel:
- Client 192.168.1.100 möchte google.de erreichen.
- Adresse ist nicht lokal â Paket geht an 192.168.1.1 (Gateway).
- Router leitet das Paket ins Internet.
- Antwort kommt am Router an und wird an 192.168.1.100 zurĂŒckgegeben.
Merksatz: Ohne korrekt konfiguriertes Gateway keine Kommunikation auĂerhalb des LANs.
3. NAT (Network Address Translation)
NAT ĂŒbersetzt private Adressen (z. B. 192.168.x.x) in eine öffentliche IP, damit mehrere GerĂ€te dieselbe Internetverbindung nutzen können. In Heim- und Firmennetzen kommt meistens PAT (Port Address Translation) zum Einsatz.
Beispiel FritzBox:
- Laptop 192.168.178.20 sendet eine Anfrage an Google.
- FritzBox ersetzt die Absender-IP durch ihre öffentliche Adresse.
- Sie merkt sich, welcher interne Host die Verbindung gestartet hat.
- Antworten werden an den richtigen Client zurĂŒckgegeben.
Vorteile: spart öffentliche IPv4-Adressen und ermöglicht mehreren GerĂ€ten die Nutzung einer gemeinsamen Internetverbindung. Direkte Zugriffe von auĂen werden meist durch die Kombination aus NAT und Firewall verhindert. Postfreigaben erlauben gezielte Ausnahmen.
Exposed Host: Alle Ports werden an ein GerĂ€t weitergeleitet â nur fĂŒr Tests verwenden.
IPv6: GerĂ€te können eine eigene öffentliche IPv6-Adresse erhalten. Klassisches NAT ist bei IPv6 normalerweise nicht notwendig. Die Sicherheit wird hier vor allem ĂŒber die Firewall geregelt.
4. TCP/IP-Konfiguration unter Windows
Windows-Clients können Adressen per DHCP automatisch beziehen oder manuell gesetzt bekommen.
DHCP (Standardfall):
- Client fragt Router/Server nach IP, Maske, Gateway, DNS.
- Ideal fĂŒr Endbenutzer und mobile Systeme.
Statische Adressen:
- Notwendig fĂŒr Server, NetzwerkgerĂ€te oder Testumgebungen.
- Wichtige Angaben: IP-Adresse, Subnetzmaske, Standardgateway, DNS-Server.
Tipp: DNS ĂŒbergreifend im Router oder DHCP konfigurieren, statt jeden Client einzeln anzupassen.
5. Routing auf Windows-PCs
Die Routing-Tabelle wird mit route print angezeigt. Sie enthÀlt Standardroute, direkte Netze und
statische EintrÀge.
- Route hinzufĂŒgen:
route add 10.10.10.0 mask 255.255.255.0 192.168.1.1 - Route löschen:
route delete 10.10.10.0 - Standardroute Àndern: Zuerst mit
route printdie vorhandenen Routen prĂŒfen. Danach kann die alte Standardroute gezielt entfernt und mit dem richtigen Gateway neu gesetzt werden, z. B. mitroute add 0.0.0.0 mask 0.0.0.0 192.168.2.1.
Hinweis: FĂŒr Ănderungen an der Routing-Tabelle wird meistens eine Eingabeaufforderung mit Administratorrechten benötigt.
Ohne Parameter -p gelten Routen nur bis zum Neustart. Achtung: Falsch gesetzte Routen kappen den Internetzugang.
6. NAT-Einstellungen auf der FritzBox
StandardmĂ€Ăig erledigt die FritzBox NAT automatisch. Konfigurierbar sind vor allem:
- Portfreigaben: gezielte Weiterleitungen fĂŒr Dienste im LAN.
- Exposed Host: komplette Weiterleitung auf einen Host (unsicher).
- IPv6-Firewall: steuert eingehende Verbindungen, da kein NAT zum Einsatz kommt.
- NAT-Tabelle: nicht direkt sichtbar, Diagnose nur ĂŒber Tools oder Router-MenĂŒs.
7. Debugging-Tools in Windows
Wichtige Befehle fĂŒr schnelle Fehlersuche:
| Tool | Zweck | Beispiel |
|---|---|---|
ipconfig |
Aktuelle IP, Gateway, DNS anzeigen | ipconfig /all |
ping |
Erreichbarkeit und Latenz testen | ping google.com |
tracert |
Route zum Ziel analysieren | tracert 8.8.8.8 |
nslookup |
DNS-Auflösung prĂŒfen | nslookup netzplan.de |
netstat |
Offene Ports und Verbindungen | netstat -ano |
pathping |
Latenzen & Paketverlust pro Hop | pathping microsoft.com |
telnet |
Porttests (muss ggf. installiert werden) | telnet 192.168.178.1 80 |
arp |
ARP-Tabelle anzeigen, also IP-zu-MAC-Zuordnungen prĂŒfen | arp -a |
netsh |
Netzwerkstack konfigurieren/resetten | netsh winsock reset |
Praxis-Tipp: Beginne bei Problemen mit ipconfig und ping, arbeite dich dann zu
tracert, nslookup und Logfiles vor.